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Zeiskamer Mühle

Einige Meter von der Bezirksstraße nach Bellheim und einen Kilometer südlich vom Ortsende entfernt an der Queich steht die Zeiskamer Mühle. Diese kann auf eine mehrere jahrhundertealte, stolze Vergangenheit zurückblicken. Bevor sie der Urgroßvater der heutigen Besitzer der Familie Küspert von Heinrich Humbert im Jahre 1908 für 24.000 Goldmark von der Familie Schrank in Hockenheim/Baden erwerben konnte, hatte sie bereits viele Besitzer erlebt und manchen Sturm über sich ergehen lassen müssen. Neben Verwüstungen verschiedener Art brannte sie dreimal ab (1881, 1929 und 1931). Die Zeiskamer Mühle war eine Kundenmühle (Getreidemühle), d.h. man musste sein Getreide zur Mühle bringen, um Mahlprodukte zu bekommen. Nach der Währungsreform im Jahre 1948 erlebte die Müllerei eine kurze Scheinblüte, bis dann die Nachfrage stark zurückging. Die Mühle selbst war bis 1972 in Betrieb und hat bis dahin allen Unbilden der Zeit standgehalten. Bis zum Ableben von Alwine Küspert im Jahre 1980 wurde noch ein Schrotmühlenbetrieb (grob gemahlene Getreidekörner insbesondere für die Viehwirtschaft) weitergeführt. Seit dem 6. Dezember 1976 wird die Zeiskamer-Mühle als Speiselokal betrieben. Nach dem Tode von Alwine Küspert im Jahre 1980 trat der jüngste Sohn Ernst ihr Erbe an. Die großzügige räumliche Anordnung des Mühlengehöftes war für die Erweiterung zum Hotelbetrieb wie geschaffen. Dem Restaurant wurde am 10. Oktober 1986 ein 30-Betten-Hotel angeschlossen.
Mehr Informationen finden Sie hier: www.zeiskamermuehle.de

Rathaus

(Erbaut 1833, zweistöckig, klassizistischer Baukörper, mit rund gebogenen, rustikalen Toren und Fenstern sowie horizontalem Gesims über dem Konsolenfries.) Das Rathaus ist als Verwaltungsgebäude der Gemeinde von „Amts wegen“ Mittelpunkt des Dorfes. Es hebt sich aber auch durch sein äußeres Bild im Ort heraus. Das Gebäude hat in den letzten 160 Jahren seines Bestehens gute und schlechte Zeiten erlebt, darunter drei große Kriege. Bis zum Umbau befanden sich im Erdgeschoss eine Arrestzelle und Räumlichkeiten für die Feuerwehr. Die Zeiskamer Verwaltung verließ im Jahre 1972 das Rathaus und zog in die VG-Verwaltung Bellheim. Im Rahmen der „Dorferneuerung Zeiskam“ 1994 wurden verschiedene Renovierungsarbeiten durchgeführt. So wurde das Dach neu eingedeckt, das Erdgeschoss saniert, isoliert und ein neuer Fußboden verlegt. Ebenfalls wurde die Sanitär- und Heizungsanlage erneuert und schließlich eine Innen– und Außenrenovierung durchgeführt. An der Stirnseite des Gebäudes sind über dem Eingang das Gemeindewappen und eine Gedenktafel befestigt, die 1880 zum 700-jährigen Jubiläum des Hauses Wittelsbach angebracht wurde mit folgender Inschrift: „Zur Erinnerung an das Siebenhundertjährige Jubiläum des Hauses Wittelsbach 1180-1880. Bayern und Pfalz – Gott erhalt´s“. Die Redewendung „Bayern und Pfalz – Gott erhalt´s“ hat einen tieferen Sinn, denn beide Länder haben eine fast 800-jährige Geschichte, die nach dem Sturz Napoleons (von 1796 - 1815 gehörte die Pfalz zu Frankreich) von 1816 bis 1946 besonders eng verknüpft war.

Fuchsloch

Mit dem Fuchsbach, ursprünglich auch „Gnadenwasser“ genannt, hat es in Zeiskam eine besondere Bewandtnis. Der Bach ist eine Ableitung aus der Queich in der Gemarkung Hochstadt bei der Neumühle. Nach der Legende überbrachte im Jahre 1428 ein altes Mütterchen aus Zeiskam dem Pfalzgraf Ludwig III. einen Korb mit Gelbrüben. Darüber erfreut und beeindruckt von der Qualität des Gemüses sagte der Ritter, sie möge sich für das Geschenk eine Gnade ausbitten. Das Mütterchen erbat einen Zufluss von der Queich in der Größe eines Fuchsloches. Daher der Name Fuchsbach. Dieses Fuchsloch wurde in Stein gehauen und denselben in das Ufer der Queich eingesetzt, um so dem Felde und dem Dorf das nötige Wasser zukommen zu lassen. Der Fuchsbach hatte dann Jahrhunderte lang für das Dorf Zeiskam, seine Bewohner und den Gemüsebau große Bedeutung. Ihm hatte der Ort seinen Aufschwung und seinen wirtschaftlichen Wohlstand zu verdanken. Ohne diesen Bach und seine Nebenläufe wäre die blühende Gemüsekultur Zeiskams undenkbar gewesen; die Schaffung dieser Wasserläufe war damals die landwirtschaftlich technisch und wirtschaftlich kulturell bedeutungsvollste Tat für Zeiskam. Seine Funktion wurde 1954 durch eine künstliche Beregnung übernommen. Eine Nachbildung des Fuchsloches befindet sich im Sängerheim „Alter Bauernhof“.

Bierkeller

Der historische Gewölbekeller wurde 1842 erbaut zur Einlagerung von Natur-Eis, das zur Bierkühlung verwendet wurde. Rechtzeitig zur 1225-Jahrfeier im Jahre 1999 konnten die Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten am „Bierkeller“ abgeschlossen werden. In monatelanger Arbeit haben Bürger und Vereine in freiwilligen Einsätzen eines der wenigen geschichtsträchtigen Baudenkmäler in Zeiskam gegenüber dem Friedhof umfassend saniert. Der Bierkeller kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Queichwiesen

Die Queichwiesen, zwischen Bellheim und Zeiskam gelegen, werden nach altem Wasserrecht geflutet. Die Wiederansiedlung des Weißstorches ist auch hier gelungen.

Zeiskamer Wässertage

Ein Meilenstein für die Ansiedelung der Störche war die Neuauflage der Wässertage im gesamten Bereich der Queichauen. Diese Tage sind historisch verbrieft und nur zu ganz bestimmten Terminen erlaubt. Dazu wird die Queich angestaut und ein Teil des Wassers über Gräben für ein bis zwei Tage in die Wiesen geleitet. Der Boden nimmt das Wasser auf bis er gesättigt ist und hilft damit, den Ertrag an Heu und Gras für die Landwirtschaft zu steigern. Durch die Bewässerung werden Würmer, Insekten und kleinere Wirbeltiere an die Oberfläche getrieben und so zur Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Tieren, so auch für den Weißstorch. Bei einem der Wässertage konnten auf den Wiesen „Bärenbusch“ sage und schreibe 86 (!!!) Weißstörche bei der Nahrungsaufnahme gezählt werden.

Historisches Gebäude

In der Kronstrasse 26 befindet sich das Geburtshaus des napoleonischen Generals Jacob Francois Marulaz (1769-1842) mit Gedenktafel. Geb. am 6. September 1769 in Zeiskam, gest. 1842 in Versoul. Reitergeneral und Kriegsheld unter Napoleon I, war Jacob Francois Marulaz ein großer Kavallerist des 1. Kaiserreiches in Frankreich, Zeiskams berühmtester Sohn und zweifellos einer der bedeutendsten militärischen Führer, die die Pfalz hervorbrachte: Baron, Generalleutnant der Armee, Komtur des königlichen Ordens der Ehrenlegion, Ritter vom Orden des Heiligen Ludwig, Komtur des Ordens von Hessen-Darmstadt und Komtur des militärischen Verdienstordens von Friedrich von Baden.