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Bellheimer Mühlen

An der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert waren in Bellheim vier Mahlmühlen in Betrieb: Die Obermühle, die Mittelmühle, die Fortmühle und die Wappenschmiedmühle.

Im Zusammenhang mit den schweren Schäden an den Bellheimer Mühlen ist der Bau der Obermühle zu sehen. Nachdem Johann Lederle seine Mühle am bisherigen Platz, nämlich der Fortmühle, nicht mehr aufbauen wollte, errichtete er die Obermühle. Das genaue Datum des Baues ist nicht bekannt, jedoch ist 1753 aber schon davon die Rede.

Die Mittelmühle wird für die älteste Bellheimer Mühle gehalten. Im Mühlenprotokoll von 1768 wird der damalige Besitzer Nicolaus Entzinger zitiert: „sothane mühl wurde von dem nahmens Wentzel, so viel ihm bekannt, erbaut“.

Die Fortmühle war im Besitz von Johann Michel Bisson, des Sohns jenes Valentin Bisson, der im Mühlenprotokoll von 1768 als Eigentümer genannt ist. Sie war 1802 die am höchsten besteuerte Bellheimer Mühle und hatte drei Wasserräder, welche die Mahlmühle und eine Hanfreibe treiben. In der Fortmühle hat sich von den ehemaligen Mühleneinrichtungen fast keine mehr erhalten. Von den mächtigen Läufersteinen der Hanfreibe sind aber noch mehrere vorhanden, eine davon hat der jetzige Besitzer Josef Schmitt vor der Einfahrt des Anwesens aufgestellt, gekrönt von einem Mahlstein der Getreidemühle.

Die Wappenschmiedmühle wurde im Jahre 1836 von Nikolaus Rund als Hammerschmiede erbaut, sie ist die jüngste erbaute Mühle.

Hundert Jahre später dient keine dieser Mühlen mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe. Schon 1901 wurde die Fortmühle nach einem Brand nicht mehr als Getreidemühle genutzt, ab 1919 wird die Mittelmühle bis 1979 nur noch als Sägewerk betrieben. Die Wappenschmiedmühle stellte den Betrieb im Zweiten Weltkrieg ein und konnte ihn nicht wieder aufnehmen, da der Müller vermisst blieb und auch noch kurz nach Kriegsende die Mühlengebäude bis auf das Wohnhaus nieder brannten. Am längsten wurde in der Obermühle gemahlen, bis in die 70er Jahre! Heute erinnern die Turbinen von Ober- und Fortmühle mit der Nutzung der Wasserkraft immer noch an den eigentlichen Zweck der Mühlen. In der Fortmühle wird sogar seit 1936 wieder gemahlen, allerdings kein Getreide, sondern die Grundstoffe für das Emaille der Schilderfabrik Schmitt.

Parkanlage

An der Nahtstelle zwischen altem Ortskern und den Neubaugebieten befindet sich direkt am Spiegelbach ein kleiner Weiher. Er ist umgeben von einer gepflegten Parkanlage, die zum Spazieren und Verweilen geradezu einlädt. In den Sommermonaten finden hier Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt.

Sternwarte

Im Juni 2001 eingeweiht, hat sich die Sternwarte im Schwimmpark Bellheim zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern entwickelt. Bellheim ist die einzige Gemeinde im Landkreis Germersheim mit einer derartigen Einrichtung. Die Sternwarte ist eine Einrichtung, die von allen genutzt werden kann; besonders wertvoll z. B. für die Schulen zur praktischen Untermauerung des Unterrichts, aber auch für die Volkshochschule zur Erweiterung des Bildungsprogrammes. Die Besucher haben die Möglichkeit, einen Blick ins Universum zu werfen und sich einen Einblick in die Sternenwelt zu verschaffen. Zuerst unter der fachmännischen Anleitung und Begleitung von Armin Reßin, wird die Sternwarte seit 2008 vom Verein Sternwarte-Bellheim e.V., dessen Vorsitzender Vincenzo Pignatelli ist, betreut. Der Verein bietet regelmäßig (einmal monatlich) Sternen- und Sonnenbeobachtungstermine an. Die Termine findet man auf der Webseite der Sternwarte Bellheim.

Geburtshaus und Wohnhaus des „Bellemer Heiner“

Am 20. September 1881 wurde der „Bellemer Heiner“ im damaligen Gasthaus „Zur Einigkeit“ in der Hauptstrasse 37 geboren. Zu seinem Andenken ließ die Gemeinde Bellheim anlässlich seines 30. Todestages 1995 am Wohnhaus in der Hauptstraße 227 und am Geburtshaus je eine Gedenktafel anbringen. August Heinrich, genannt „Bellemer Heiner“, (geb. 20.09.1881 – gest. 05.05.1965) ist seit dem 20.09.1951 Bellheimer Ehrenbürger. Er ist ein unvergessener Pfälzer Mundart- und Heimatdichter, der nicht nur in seinen Versen fortlebt, sondern auch in der Erinnerung als eine markante Persönlichkeit und ein lebensfroher und liebenswerter Mensch, der aufgrund seines herzlich, heiteren Wesens überall beliebt war. Sein Herz schlug für seine Heimat, seine geliebte Pfalz, die er in seinen Gedichten pries. Er war der „komödiantische Genius“, aber auch der „singende Philosoph“; ein Pfälzer Original, in dem sich ein Stück der Seele unserer Pfalz verkörpert.

Brauerei Karl Silbernagel

Die Bellheimer Brauerei kann auf viele Jahrzehnte exzellenter Braukunst mit tief verwurzelter Tradition zurückblicken. Johann Karl Silbernagel legte den Grundstein für diesen Erfolg und gründete 1865 in Bellheim die spätere Karl Silbernagel AG. Die Brauerei hatte 1890 einen Jahresausstoß von 30.000 Hektolitern. Eine neue Dampfmaschine mit 90 PS wurde zur Energieerzeugung eingesetzt. Es gab erstmals elektrische Beleuchtung in den Produktionsstätten. 1900 stieg der Jahresausstoß auf 70.000 Hektoliter. Mittlerweile zählte die Brauerei 25 Mitarbeiter und eine zweite Dampfmaschine mit 180 PS wurde in Betrieb genommen. Im Jahre 1930 betrug der Bierausstoß bereits 100 000 hl, nachdem zwei Jahre zuvor das bis dahin als OHG firmierende Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war. Die Brauerei K. Silbernagel AG konnte im Jahre 1940 mit damals 150 Mitarbeitern und einem Bestand von ca. 30 Kraftfahrzeugen das 75-jährige Bestehen feiern. Im Januar 1966 beging die Brauerei dann ihren 100. Geburtstag. Mitte März 1974 wurden Einrichtungen für das Abfüllen von alkoholischen Getränken in das Herstellungsprogramm aufgenommen. Am 5. Dezember 1995 fusionierten die Unternehmen Park Brauerei AG und Bellheimer Privatbrauerei K. Silbernagel AG und die Bellheimer Bellaris Mineralbrunnen GmbH. Es entstand die Park & Bellheimer AG. 

Queichlinien (Befestigungslinien)

Aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wechselten Herrschaften und Glaubensrichtungen. Die Gegend um Bellheim wurde zum Spielball französischer Hegemonialpolitik und europäischer Machtkonstellationen. Sichtbarer Beweis dieser politischen Ereignisse in und um Bellheim wurden die sog. “Queichlinien“, umfangreiche Befestigungswerke des 17. und 18. Jahrhunderts und Schloss Friedrichsbühl, Jagdschloss des Kurfürsten Friedrich II. mitten im Bellheimer Forst. Die Befestigungen sind heute teilweise noch gut in der Landschaft erkennbar, vom Schloss dagegen ist nur noch der Wassergraben geblieben.
Mehr Informationen finden Sie hier: Kulturverein Bellheim

Kriegerdenkmal

Im ersten Weltkrieg gehörte Bellheim zum Festungsbereich Germersheim und wurde bei Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 als Vorwerk stark befestigt. Nach dem Krieg wurde der Geschützunterstand mit den Maßen 10m x 5m und 60 cm Dicke durch die französischen Truppen gesprengt. Dabei brach der Unterstand genau in der Mitte und lag da wie ein offenes Buch. Auf Initiative des Heimatdichters „Bellemer Heiner“ wurde der Platz zum Gedenken der Gefallenen gestaltet. Mit wenigen Änderungen ist das Bellheimer Kriegsehrenmahl (1. und 2. Weltkrieg) in seinem damaligen Zustand bis heute erhalten.